Wie verhält man sich als Sportfotograf richtig?

Fotografie Tipps - Februar 11, 2013 admin 0 comments

Sportfotograf

Sportfotografen vermitteln in ihren Bildern die Dynamik des Sports. Es gilt allerdings einige Regeln zu beachten in den Stadien und Hallen. So muss ein Sportfotograf hier Einiges berücksichtigen, um gute Bilder zu machen, ohne es sich mit den Sportlern, den Funktionären und den Veranstaltern zu verderben.

Zum besseren Verständnis muss eine Unterscheidung zwischen professionellen Veranstaltungen und Amateurwettkämpfen gemacht werden, denn es bestehen für Amateurwettkämpfe in der Regel einfachere Möglichkeiten, Bilder zu machen, als bei professionellen Veranstaltungen.

Der rechtliche Hintergrund

Das Recht am eigenen Bild gilt auch für Sportler. Erst mit einem gewissen Bekanntheitsgrad wird aus einem Sportler eine öffentliche Person. In diesem Fall wird das Persönlichkeitsrecht zugunsten der Informationsfreiheit zurückgesetzt. Aber auch hier kann es zum Streitfall kommen. Nicht alle Aufnahmen einer Person, auch wenn Sie berühmt ist, dürfen ohne weiteres veröffentlicht werden. Die Paragrafen 22 und 23 des sogenannten Kunst UrhG regeln in Deutschland die Verbote und die Ausnahmen in der Fotografie. Der Paragraf 23 erlaubt die Aufnahme von Personen, die zufällig im Bereich einer Landschaftsaufnahme sind genauso wie die Aufnahme von Versammlungen, wie zum Beispiel in einem Sportstadion und natürlich Bilder aus der Zeitgeschichte, was eine Sportveranstaltung natürlich durchaus sein kann.
Sportler haben in der Regel, sowohl Amateur wie Profi, zumindest nichts dagegen, wenn Sie abgelichtet werden. Stellen sich Sportler zum Gruppenbild zusammen, greift schon wieder die Aufnahme einer Versammlung.

Der Kampf um das beste Bild

Sehr große Veranstaltungen haben den Zutritt der Fotografen in der Regel über einen Presseausweis reglementiert und versenden auch Einladungen hierzu.
Bei manchen Veranstaltungen sind die wirklich guten Plätze für Sportaufnahmen schnell besetzt. Handelt es sich um einen Mannschaftsport, so ist in der Regel genügend Platz und mit dem richtigen Teleobjektiv auch aus der Ferne eine gute Aufnahme kein Problem.
Etwas schwieriger wird es bei Einzelsportwettkämpfen, die dazu meist in einer Halle stattfinden. Hier kann eine schwache Beleuchtung eine Teleaufnahme verschlechtern und näher an das Geschehen ist während des Wettkampfes kaum zu kommen, da viele Sportfunktionäre dies nicht zulassen, aus Angst, die Sportler könnten durch den Blitz der Kamera abgelenkt oder geblendet werden. Da hilft dann nur ein Bild nach dem Wettkampf zu machen.

Die Etikette für Sportfotografen

Wie jede andere Person auch, sollte sich ein Sportfotograf der Umgebung anpassen. Allerdings sind es gerade Sportler gewohnt, dass Fotografen immer etwas zudringlicher sind als andere Menschen. Dieser Umstand kann für ein gutes Bild durchaus genutzt werden.
Die meisten Sportler, genau wie der normale Bürger, haben es nicht so gerne, wenn Sie angefasst werden. Eventuell eine kurze Berührung am Arm, um auf sich aufmerksam zu machen, aber niemals jemanden festhalten, nur um ihn zu fotografieren. In der Regel werden solche Sportfotografen zu dieser Veranstaltung nicht mehr eingeladen.
Auch der Eingriff in den Wettkampf durch unvorsichtiges Verhalten ist etwas, das nicht sein muss. Kein Bild dieser Welt ist es wert, dafür das eigene Leben oder das anderer zu gefährden. Schlechte Beispiele genug sind hierfür an den großen Radrennen zu sehen, in denen Fotografen erst im letzten Moment, manchmal auch zu spät, aus dem Weg gehen. Von Autoralleys ganz zu schweigen. Das grenzt schon an Selbstmord.
Es sollte immer bedacht werden, dass die Ziele der Sportfotografen das Einfangen packender Momente und das Ablichten von Persönlichkeiten aus dem Sport sind. Doch dazu muss niemand gefährdet werden. Die richtige Ausrüstung ist viel wichtiger.
Wenn es der Veranstalter erlaubt, kann auch ein kleiner Tritt mit zwei oder drei Stufen mitgebracht werden. Das ergibt schon mal eine höhere Position. Dazu ein sehr langes einbeiniges Stativ und das richtige Teleobjektiv. Daraus ergeben sich gleich ganz andere Blickwinkel.
Dann muss auch nicht unbedingt um die erste Reihe gestritten werden.