Panoramafreiheit bei Architekturfotografie

Fotografie Tipps - Februar 8, 2016 admin Kommentare deaktiviert für Panoramafreiheit bei Architekturfotografie

Architekturfotografie

Auch wenn architektonische Bauwerke stets ein beliebtes Motiv für Fotografen sind, so ist das Ablichten von Gebäuden längst nicht immer ohne vorherige Genehmigung erlaubt. In Deutschland regelt das Recht der Panoramafreiheit, welche Architektur-Fotografien unter welchen Voraussetzungen gestattet sind und in welchen Fällen eine Genehmigung des Eigentümers eingeholt werden muss.

Rechtlich werden wir Fotografen (pechundsapel.de), wenn wir der ein Gebäude ablichten möchte, durch den § 59 UrhG Abs. 1 vor zornigen Hauseigentümern geschützt. Schließlich sind nicht alle Besitzer begeistert, wenn Leute mit Kameras vor dem Haus stehen und mit Blitzlichtgewitter stören. Doch der Paragraph der Panoramafreiheit für Fotografen besagt, dass Gebäude auch ohne vorherige Genehmigung von außen fotografiert werden dürfen, wenn zum Ablichten keine Hilfsmittel hinzu gezogen wurden. Im Klartext heißt das also, dass jedes beliebige Gebäude von der Straße, dem Gehweg oder einem Park aus fotografiert werden darf, wenn dafür zum Beispiel keine Leiter genutzt wurde oder der ambitionierte Fotograf auf eine Mauer klettern musste, um das perfekte Bild zu schießen. Hat man also festen öffentlichen Boden unter den Füßen, dürfen Sie in der Regel nach Lust und Laune auch ohne Erlaubnis die gewünschten Gebäude von außen fotografieren.

Diese Panoramafreiheit (auch Straßenbildfreiheit genannt) gilt für nahezu alle Bauten. Handelt es sich um öffentliche Gebäude oder Häuser in privatem Besitz, spielt demnach also keine Rolle. Anders sieht es hingegen bei militärischen Bauwerken aus, wie etwa einem Stützpunkt oder Kasernen. Solche Einrichtungen sind gesondert durch Gesetze vor eifrigen Fotografen geschützt und dürfen nur unter bestimmten Umständen bildlich festgehalten werden.

Doch solange es sich lediglich um die Außenfassade von Gebäuden wie Museen, Kathedralen oder anderen Sehenswürdigkeiten als Motiv handelt, dürfen Sie genauso zum Apparat greifen und knipsen, wie bei Privathäusern auch. Natürlich wird dabei vorausgesetzt, dass Sie im eigenen Interesse fotografieren und nicht etwa für gewerbliche oder kommerzielle Zwecke, denn in diesen Fällen ist wiederum die Genehmigung des Eigentümers oder Architekten einzuholen. Um Ärger mit Hausbesitzern zu vermeiden, reicht meist schon ein kleines freundliches Wort mit der Erklärung, warum Sie gerade dieses Gebäude als Bild verewigen möchten. Die wenigsten Hausbesitzer werden boshaft reagieren, wenn man ihr Eigenheim derart lobt, dass man es sogar fotografieren möchte.

Schwieriger wird es allerdings in Bezug auf die rechtliche Grundlage für Fotografen von Architektur, wenn sich neben dem Gebäude auch Personen auf dem Bild befinden. Schließlich haben sie ein Recht auf Anonymität. Sind die zu sehenden Personen zentraler Mittelpunkt des Bildes, zählt die Fotografie nicht als Architekturfotografie und fällt somit nicht unter den Schutz der Panoramafreiheit. Steht allerdings das Gebäude klar im Vordergrund, zählen die dort befindlichen Personen und Fahrzeuge lediglich als „Nebenerscheinungen“ und demnach ist ihre Anwesenheit auf dem Portrait rechtlich gesehen völlig in Ordnung.

Die Panoramafreiheit gilt nur für die Fotografie der Außenfassaden von Gebäuden und greift nicht im Fall, wenn Sie die Bauwerke auch von innen fotografieren möchten. Ist die Innenarchitektur und Gestaltung auch noch so schön, ohne vorherige Genehmigung des Eigentümers oder Architekten muss der Fotoapparat in der Tasche bleiben. Es drohen zwar keine Höchststrafen, wenn Sie sich dem Verbot widersetzen und trotzdem fotografieren. Doch mit einem Platzverweis, Hausverbot und unter Umständen sogar einer Geldstrafe müssen Sie dann schon rechnen.

Weiterhin sollten Sie als Fotograf sich stets im Klaren darüber sein, dass die Gesetzesgrundlage der Panoramafreiheit nur in Deutschland anwendbar ist. Nicht jedes EU – Land unterstützt das freie Fotografieren von Bauten, wenn auch die Gesetze in vielen Ländern ähnlich sind, so ist in Italien beispielsweise eine Panoramafreiheit nicht existent. Erkundigen Sie sich daher vor Reiseantritt lieber noch einmal darüber, was in Bezug auf das Fotografieren im jeweiligen Land erlaubt ist, bevor Ihre Urlaubserlebnisse mit unschönen Konfrontationen mit den Behörden enden statt mit tollen Bildern.